Hebetechnik
Nehmen Sie schwere Lasten nicht auf die leichte Schulter!
Die Mühelosigkeit, mit der Kräne oder hydraulische Hebemittel auch schwerste Lasten heben, täuscht schnell darüber hinweg, wie gefährlich dieser Vorgang ist. Besonders oft wird die Rolle der Hebetechnik unterschätzt. Aber: Nur korrektes Anschlagen kann verhindern, dass die Last beim Heben herunterfällt, kippt oder unkontrolliert ausschwenkt. Wer von Beginn an richtig und durchdacht anschlägt, reduziert nicht nur Risiken, sondern spart auch Zeit und Nerven. Darum stellen wir Ihnen hier einige Hinweise zur Hebetechnik und richtigen Verwendung von Hebezeugen vor.
Vorschriften, die ins Gewicht fallen
Für den Einsatz von Anschlagmittel gelten die Unfallverhütungsvorschriften für Lastaufnahmeausrichtungen im Hebezeugbetrieb der Berufsgenossenschaft für Energie, Textil, Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) sowie der Sicherheitslehrbrief für Anschläger der Arbeitergemeinschaft für Metall-Berufsgenossenschaften (BGI 556).
Anschlagmittel nach DIN
Für Lastaufnahmemittel (Hebebänder, Rundschlingen, Anschlagketten, Zurrgurte) gelten unterschiedliche Normen, die jeder Hersteller beachten muss. Verwenden Sie nie Anschlagmittel, die kein Etikett tragen und deren Hersteller unbekannt ist. Sie haben keine Sicherheit, dass z.B. ein einfaches Seil die entsprechende Norm erfüllt.
Tragfähig oder untragbar?
Anschlagmittel müssen immer mit einer Nenntragkraft ausgezeichnet sein (z.B. 1000 kg). Diese Nenntragkraft sagt aber noch nicht, dass Sie damit tatsächlich 1000 kg heben können. Grund dafür sind die unterschiedlichen Kräfte, die je nach Anschlagart auf das Anschlagmittel wirken. Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie einen Koffer wie gewohnt seitlich, nah am Körper tragen, ist das relativ leicht. Wenn Sie ihn aber mit rechtwinklig ausgestrecktem Arm tragen, benötigen Sie deutlich mehr Kraft. Das Anschlagmittel – in diesem Fall Ihr Arm – wird hier höher belastet. Um sicher zu gehen, dass die Anschlagmittel das Gewicht auch tragen, müssen Sie deshalb für jeden Einzelfall die tatsächliche Tragekraft (WLL) ermitteln. Dafür wurde für jede Anschlagsart ein spezieller Anschlagfaktor zur Prüfung festgelegt.
Sicherheitstipps
- Prüfen Sie die Hebebänder vor und nach dem Einsatz auf augenfällige Mängel
- Lassen Sie Reparaturen nur vom Hersteller durchführen
- Verwenden Sie bei rauer Oberfläche PVC-Abriebschutz und bei scharfen Kanten einen PU-Schlauch
- Lassen Sie nasse Hebebänder nur an der Luft trocknen
- Reinigen Sie Hebebänder niemals mit Seife
- Behandeln Sie Hebebänder, die mit Säuren oder Laugen in Kontakt kamen, noch vor der Lagerung mit Wasser
- Lagern Sie Hebebänder bei Raumtemperatur in trockener, sauberer, gut gelüfteter Umgebung
- Vermeiden Sie dabei direkte Sonneneinstrahlung, korrodierbare Oberflächen sowie den Kontakt mit Chemikalien oder Rauchgasen